Geschichte der Biologie
(2)
Das Mittelalter
Im Mittelalter hatten die Naturwissenschaften und mit ihnen die Biologie
und Medizin einen schweren Stand. (Beda, Avicenna, Albertus Magnus.)
Geschichte der Biologie (3)
Die Renaissance
Die ersten zaghaften Versuche, nach dem wissenschaftsfeindlichen Mittelalter
eine neue und wissenschaftliche Biologie zu begründen. (Alpini,
Leonardo da Vinci, Paracelsus.)
Geschichte der Biologie
(4)
Die moderne Biolgie als Wissenschaft beginnt mit dem Durchbruch
der moderne Anatomie. Die Gelehrten informieren sich nicht mehr in
den Büchern der Griechen und Römer sondern betreiben erstmals
Studien an tierischen und emnschlichen Körpern.
Geschichte der Biologie (5)
Die moderne Physiologie als Wissenschaft beginnt mit der Entdeckung
des Blutkreislaufs durch William Harvey. Diese Theorie war auch der
Beginn einer Auseinandersetzung zweier Denkrichtungen in der Biologie
- den Vitalisten und den Mechanisten.
Geschichte
der Biologie (6)
Das Mikroskop führte schon im 17. Jahrhundert zur Entdeckung
der roten Blutkörperchen (Swammerdam), der Kapillargefäße
(Malpighi), der Graafschen Follikel (de Graaf), der Samenzellen (van Leeuwenhoek),
der Protozoen (van Leeuwenhoek) und der Pflanzenzellen (Hooke).
Geschichte der Biologie
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Die Urzeugung (spontane Entstehung von Leben aus lebloser Materie)
wurde im 18. Jahrhundert heftig diskutiert. Die beiden sich bekämpfenden
Lager waren die Vitalisten und Mechanisten. Erstere glaubten
an eine spezielle Lebenskraft, letztere glaubten, dass auch das Studium
der leblosen Welt Aufschlüsse über das Leben geben kann.
Geschichte der Biologie
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Die Einteilung der Tier- und Pflanzenarten wurden im 18. Jahrhundert
zu einer Notwendigkeit, da immer mehr Arten entdeckt und klassifiziert
wurden. Dem schwedischen Biologen Carl von Linné
gelang mit der Methode der binären Nomenklatur der
Durchbruch.
Geschichte der Biologie
(9)
Die Abstammungslehre führte im 18. Jahrhundert noch ein
kümmerliches Dasein, doch Carl von Linné hatte schon eine
gewisse Ahnung von der Abstammung der Arten, und Jean Baptiste de Lamarck
entwickelte bereits eine erste geschlossene Evolutionstheorie. Sie war,
wie sich später herausstellen sollte, falsch, aber die Tür war
aufgestoßen.
Geschichte der Biologie
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Die moderne Geologie erwachte im 18. Jahrhundert. Leute wie
James Hutton, William Smith, Georges Cuvier und Charles Lyell erkannten,
dass sich die Erde in langen Zeiträumen entwickelt hatte und dass
in früheren Epochen Tiere und Pflanzen existierten, die man heute
nicht mehr findet. Die Lehre von den Fossilien - die Paläobiologie
- war entstanden.
Geschichte der Biologie
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Die Erkenntnisse der Embryologen und Cytologen bereiteten endgültig
den Weg für die längst überfällige Evolutionstheorie.
Purkinje, Schleiden, Schwann, Baer, Remak, Kölliker u.a. (19. Jh)
erkannten, dass man Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Lebewesen
auch durch embryologische und cytologische Vergleiche gewinnen kann.
Geschichte der Biologie
(12)
Mitte des 19. Jahrhunderts schrieb Charles Darwin das Buch "Über
die Entstehung der Arten durch natürliche Selektion". Es ist
eines der bedeutendsten Bücher der gesamten Wissenschaftsgeschichte.
Alfred Russell Wallace entwickelte gleichzeitig eine ähnliche Theorie
wie Darwin.
Geschichte der Biologie
(13)
Die Lehre über die Abstammung des Menschen wurde mit großem
Unbehagen aufgenommen, da Darwin die biologische Sonderstellung des Menschen
in der Welt nicht mehr akzeptierte. Virchow, Dubois und andere beteiligten
sich an der Debatte. Manche Biologen deuteten die Lehre Darwins in einer
falschen und fatalen Weise.
Geschichte der Biologie
(14)
Darwins Theorien führte zu heftigen Debatten, an denen
sich Darwin nicht beteiligte. Thomas Henry Huxley ("Darwins
Bulldogge") und andere Biologen verteidigten die neuen Theorien in
der Öffentlichkeit gegen eine Front der Ablehnung.
Geschichte der Biologie
(15)
Der österreichische Mönch Gregor Johann Mendel begründet
die moderne Genetik und schließt (ungewollt) die Lücke in Darwins
Theorie. Gregor Mendel konnte den Triumph seiner "Mendelschen Erbgesetze"
nicht mehr erleben.
Geschichte der Biologie
(17)
Der deutsche Biologe Walter Flemming entdeckte in den Zellen
färbbare kleine Gebilde und nannte sie "Chromosomen" (=Farbkörper).
Flemming nannte die Zellteilung, bei der die Chromosomen als fadenförmige
Gebilde auftreten, "Mitose" (abgeleitet vom griechischen Wort
für Faden).
Geschichte der Biologie
(18)
Der Franzose Jean Baptiste Boussingault und der Deutsche Justus
von Liebig begründeten Mitte des 19. Jahrhunderts die Agrarchemie.
Dabei wurde erstmals die Bedeutung des Stickstoffs erkannt.
Geschichte der Biologie
(19)
Die Deutschen Karl von Voit, Max von Pettenkofer, Max Rubner
wiesen gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch Messung des Energieinhaltes
der Nahrung nach, dass der Satz von der Erhaltung der Energie in gleicher
Weise für die belebte als auch für die unbelebte Natur gilt.
Geschichte der Biologie
(20)
Justus von Liebig und Louis Pasteur machten Gärungs-Experimente
und Untersuchungen zur Frage der Urzeugung. Die Entdeckung, dass es sich
bei Hefe um lebende Zellen handelte, schien die Hypothese zu erhärten,
dass es sich beim Leben um ein von toter Materie völlig getrenntes
Phänomen handelt.
Geschichte der Biologie
(21)
Die Chemiker Gottlieb Sigismund Kirchhoff, Humphry Davy und Eduard
Buchner u.a. wiesen nach, dass in lebenden Zellen Katalysatoren biochemische
Reaktionen steuern.
Geschichte der Biologie
(22)
Der englische Arzt Edward Jenner entdeckte Ende des 18. Jahrhunderts
die Impfung, nachdem er Menschen durch Infektion mit Kuhpocken gegen die
weit gefährlicheren Pocken immunisiert hatte.
Geschichte der Biologie
(23)
Biologen und Mediziner wie Pasteur, Semmelweiß, Lister, Mechnikow,
Koch, Cohn usw. machten die für die Medizin wahrscheinlich wichtigste
Entdeckung überhaupt: Krankheiten können durch mikroskopisch
kleine Lebewesen übertragen werden.
Geschichte der Biologie (24)
Biologen und Mediziner wie Charles Louis Alphonse Laveran, Karl
Georg Friedrich Rudolph Leuckart, Ronald Ross, Walter Reed, William Crawford
Gorgas identifizierten Insekten als Krankheitsüberträger.
Krankheiten, wie Malaria, Gelbfieber usw. konnten dadurch eingedämmt
werden.
Geschichte der Biologie
(25)
Biologen wie James Lind und Frederick Hopkins erkannten, dass
unsere Nahrung bestimmte Stoffe enthalten muss um vollständig zu
sein. Manche Krankheiten sind auf Fehlernährung zurückzuführen.
Geschichte der Biologie
(26)
Frederick Hopkins, Casimir Funk und Joseph Goldberger erkannten
erstmals, dass manche Krankheiten durch einen Mangel bestimmter Substanzen
bewirkt werden. Dies führte zur Theorie der Vitamine und zur Beherrschung
gefährlicher Mangelkrankheiten.
Geschichte der Biologie
(27)
Albrecht von Haller, Franz Joseph Gall, Paul Broca, Gustav Theodor
Fritsch, Eduard Hitzig, Wilhelm von Waldeyer, Camillo Golgi und Santiago
Roman y Cajal waren die Pioniere der Erforschung der Nerven und des
Gehirns. Sie bereiteten den Weg der Neurologie.
Geschichte der Biologie
(28)
Charles Scott Sherrington, Gustav Theodor Fechner, Ivan Petrovich
Pavlov, John Broaders Watson, Burrhus Frederic Skinner interpretierten
die Ergebnisse der erwachenden Neurologie. Dies führte zu einer neuen
Wissenschaft - der Psychologie. Ein spezielle Richtung - der Behaviorismus
- erwies sich als Irrtum.
Geschichte der Biologie
(29)
Luigi Galvani, Emil Du Bois-Reymond, Willem Einthoven, Hans Berger,
Otto Loewi, Henry Hallet Dale erforschten erstmals die Reizleitung
in den Nerven. Das Verstehen der Reizleitung in den Nerven ist Voraussetzung
zur Behandlung von Nerven- und Geisteskrankheiten.
Geschichte der Biologie
(30)
Ernst Henry Starling, William Maddock Bayliss, Edward Calvin Kendall,
Joseph von Mering, Oskar Minkowski, Frederick Grant Banting, Charles Herbert
Best, Adolf Friedrich Johannes Butenandt, Tadeus Reichstein und Phillip
Showalter Hench entdeckten, dass im Blut spezielle Botenstoffe unterwegs
sind, die an bestimmten Stellen Reaktionen hervorrufen. Ernst Henry Starling
schlug die Bezeichnung "Hormone" vor.
Geschichte der Biologie
(31)
Emil Adolf von Behring, Paul Ehrlich, Jules Baptiste Vincent Bordet
und August von Wassermann erkannten die Bedeutung des Blutserums.
Ihre Untersuchungen führten zu ersten Erkenntnissen über Krankheitserreger,
das Immunsystem und die Möglichkeiten der Impfung.
Geschichte der Biologie
(32)
Karl Landsteiner entdeckte die Blutgruppen und bereitete damit
der Bluttransfusion einen gefahrlosen Weg. Als man erkannte, dass Blutgruppen
vererbt werden und von der Umwelt unabhängig sind, wurde versucht,
dies für populationsbiologische Untersuchungen zu nutzen.
Geschichte der Biologie
(33)
Die Serumskunde des zwanzigsten Jahrhunderts sparte sich ihre hervorstechendsten
Erfolge für den Kampf gegen eine für Pasteur und Koch unbekannt
gebliebene Art von Mikroorganismen auf. Dimitri Iosifovich Ivanovski,
Martinus Willem Beijerinck, Friedrich August Johannes Löffler, Frederick
William Twort, Bakteriologe Felix Hubert d'Herell, Francis Peyton Rous,
John Franklin Enders, Thomas Huckle Weller, Frederick Chapman Robbins
erforschten erstmals Viren und ihre Erkrankungen.
Geschichte der Biologie
(34)
Sidney Ringer, Frank Macfarlane Burnet und Sir Peter Brian Medawar
erkannten erstmals die Komplexität des menschlichen Immunsystems.
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